Cold Brew mit der Kaffeemaschine: Geraete, Methoden, Tipps
Cold Brew ist Kaffee, der über 12 bis 24 Stunden in kaltem Wasser extrahiert wird. Das Ergebnis ist samtiger, weniger bitter und deutlich säurearmer als heißgebrühter Kaffee. Und das Beste: Außer Geduld brauchst du keine besondere Ausrüstung.
Was macht Cold Brew anders?
Bei normaler Kaffeezubereitung extrahiert heißes Wasser Kaffeeverbindungen in wenigen Minuten. Viele dieser Verbindungen sind flüchtig und verantwortlich für Bitterkeit und Säure. Cold Brew extrahiert über lange Zeit bei niedrigen Temperaturen, dabei entstehen weniger dieser flüchtigen Verbindungen. Das Ergebnis: süßlicher, weicher, konzentrierter Kaffee.
Der Koffeingehalt ist beim Cold Brew vergleichbar mit heißem Kaffee, manchmal höher, weil die langen Brühzeiten viel Koffein lösen.
Methode 1: Cold Brew in der French Press
Die einfachste Methode für zuhause:
- 100 Gramm grob gemahlener Kaffee in die French Press geben
- 1 Liter kaltes Wasser aufgießen und vorsichtig umrühren
- Deckel aufsetzen, Stempel hochziehen lassen (nicht runterdrücken)
- 14 bis 18 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen
- Stempel langsam und gleichmäßig herunterdrücken
- Durch ein Papierfilter in eine Flasche umfüllen (entfernt Feinstoffe)
- Bis zu 2 Wochen im Kühlschrank haltbar
Methode 2: Cold-Brew-Maker
Spezialisierte Cold-Brew-Geräte (z.B. OXO Good Grips, Toddy System) haben integrierte Filter und einfachere Handhabung als die French-Press-Methode. Sie liefern klareren Cold Brew ohne Nachfiltern.
Preis: 30 bis 80 Euro. Lohnt sich, wenn du Cold Brew regelmäßig trinkst.
Methode 3: Jura Z10 — Cold Brew aus dem Vollautomaten
Der Jura Z10 ist der erste Vollautomat mit einem dedizierten Cold-Brew-Modus. Dabei pumpt die Maschine Wasser durch eine spezielle Kühlung und extrahiert den Kaffee bei sehr niedrigen Temperaturen direkt in die Tasse. Ergebnis in 3 Minuten statt 18 Stunden. Kompromiss: Der Geschmack ist nicht identisch mit echtem Cold Brew, da die kurze Extraktionszeit andere Verbindungen begünstigt. Aber für Alltagsgebrauch sehr praktisch.
Methode 4: Japanischer Eiskaffee (Schnellmethode)
Nicht dasselbe wie Cold Brew, aber ähnlich erfrischend: Brühe heißen Kaffee oder Espresso direkt über Eiswürfel in eine Karaffe. Das schnelle Abkühlen stoppt die Oxidation und erhält das Aroma. Ergebnis: klarer, heller Eiskaffee in Minuten.
Welche Bohnen eignen sich für Cold Brew?
Helle bis mittlere Röstungen mit fruchtigen oder süßen Noten funktionieren am besten. Äthiopische oder kolumbianische Herkunften mit Beerennoten ergeben besonders spannende Cold Brews.
Dunkle Röstungen können im Cold Brew sehr bitter werden, da ihre Röststoffe auch bei Kälte gut löslich sind.
Konzentrat vs. trinkfertig
Cold Brew wird oft als Konzentrat angesetzt (150 Gramm auf 1 Liter) und vor dem Trinken 1:1 mit Wasser oder Milch verdünnt. Das verlängert die Haltbarkeit und spart Kühlschrankplatz.
Trinkfertig (100 Gramm auf 1 Liter) ist intensiver und eignet sich besonders für Cold-Brew-Lattes.
Fazit
Cold Brew braucht Planung, aber keinen Aufwand. 5 Minuten Vorbereitung, eine Nacht Geduld, und du hast einen Liter samtigen Kaffee. Für die meisten ist die French-Press-Methode die beste Option: günstig, einfach, reproduzierbar gut.