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Kaffeebewertung
Auke·Kaffeeexperte·7 Min. Lesezeit·Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026

Kaffee ohne Koffein 2026: Entkoffeinierungsverfahren, Geschmack und die besten Marken

Hinweis zu unseren Testurteilen: Kaffeebewertung.de ist ein redaktioneller Vergleich, kein Warentest eines Prüfinstituts. Ein „Testsieger“ auf dieser Seite ist immer unser eigenes Ergebnis aus sechs gewichteten Kriterien. Ergebnisse Dritter nennen wir nur mit Fundstelle (Publikation, Ausgabe, Note). So bewerten wir

Entkoffeinierter Kaffee hat lange als aromatisches Kompromissprodukt gegolten. Das stimmt nicht mehr. Moderne Entkoffeinierungsverfahren und die wachsende Nachfrage haben die Qualität erheblich verbessert. Hier ist, was Sie wissen sollten.

Entkoffeinierungsverfahren: Was die Unterschiede Bedeuten

Das Verfahren, mit dem Koffein aus den Bohnen entfernt wird, hat den größten Einfluss auf das Aromaprofil des Endprodukts. Schweizer Wasserverfahren (Swiss Water Process): das bekannteste chemikalienfreie Verfahren. Die Bohnen werden in heissem Wasser eingeweicht, das alle löslichen Verbindungen einschliesslich Koffein extrahiert. Das Wasser wird dann durch Aktivkohlefilter geführt, die das Koffein aufgrund der Molekülgröße zurückhalten während Aromastoffe passieren können. Das aromatische Wasser wird dann verwendet, um neue Bohnen einzuweichen. Das Verfahren ist sehr sauber und eignet sich besonders für Bio-zertifizierten Kaffee. Der Nachteil: das Verfahren ist aufwendiger und teurer als Lösungsmittelverfahren, was sich im Preis zeigt. CO2-Verfahren: überkritisches CO2 ist ein schonenderes Extraktionsmittel als Wasser oder chemische Lösungsmittel, weil es selektiver auf Koffein-Moleküle wirkt. Das Ergebnis ist ein entkoffeinierter Kaffee, der seine Aromastoffe am vollständigsten erhält. Das Verfahren wird von Premium-Röstereien bevorzugt. Methylenchlorid- und Ethylacetat-Verfahren: die am weitesten verbreiteten Verfahren in der Industrie. Günstiger als die alternativen Methoden, mit Rückstandsmengen weit unter den EU-Grenzwerten. Ethylacetat ist natürlichen Ursprungs und kommt auch in Früchten vor. Methylenchlorid ist synthetisch, aber nach dem Rostprozess praktisch nicht mehr im Kaffee nachweisbar.

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Welcher Entkoffeinierter Kaffee ist der Beste?

Die beste entkoffeinierte Kaffeevariante hängt von Ihrem Zubereitungsverfahren ab. Für den Vollautomaten und die Siebträgermaschine: Lavazza Dek Espresso ist die bekannteste Option für Espresso-Zubereitungen. Mittlerer Röstgrad, gute Crema, zuverlässig in vielen Vollautomaten getestet. Illy Entkoffeiniert bietet mit dem Schweizer Wasserverfahren eine Premium-Alternative mit gut erhaltenem Aromaprofil. Tchibo Entkoffeiniert bietet im Supermarkt gute Qualität für den Alltag. Für Filterkaffee: Dallmayr Prodomo Entkoffeiniert ist der Standard-Vergleich für deutschen Entkoffeiniert-Filterkaffee. Mild, aromatisch, konsistent. Jacobs Entkoffeiniert ist weit verbreitet und bietet solide Qualität für den täglich lichen Filterkaffee. Premium-Optionen: Röstereien wie The Barn (Berlin) und Cafe del Sol bieten Specialty-Entkoffeiniert-Kaffees mit CO2-Verfahren oder Schweizer Wasserverfahren an. Diese sind teurer (400-600g für 15-25 Euro), bieten aber Aromaprofiele, die normalen Specialty-Kaffee ernst nehmen. Kapsel-Optionen: Nespresso Vivalto Lungo Decaffeinato und Volluto Decaffeinato sind die meistgekauften Nespresso-kompatiblen Entkoffeiniert-Kapseln. Lavazza und L-Or bieten kompatible Kapseln zu günstigeren Preisen.

Koffeingehalt: Was "Entkoffeiniert" Wirklich Bedeutet

Entkoffeiniert bedeutet nicht koffeinfrei. Nach EU-Regulierung muss entkoffeinierter Röstkaffee mindestens 99,9 Prozent des Koffeins entfernt haben und darf maximal 0,1 Prozent Koffein enthalten. In der Praxis: eine normale Tasse Kaffee enthält 80-200mg Koffein je nach Zubereitung und Kaffeestärke. Eine Tasse entkoffeinierter Kaffee enthält typischerweise 2-15mg Koffein. Das ist erheblich weniger, aber nicht null. Für Menschen mit sehr hoher Koffein-Sensitivität kann selbst diese geringe Menge relevant sein. Zum Vergleich: eine Tasse schwarzer Tee enthält 30-80mg Koffein, grüner Tee 20-50mg. Entkoffeinierter Kaffee hat damit deutlich weniger Koffein als die meisten Teesorten. Die Restmenge Koffein in entkoffeiniertem Kaffee ist bei durchschnittlichem Konsum (1-3 Tassen pro Tag) klinisch nicht signifikant für die meisten Menschen. Für Schwangere gilt die Empfehlung der WHO (maximal 200mg pro Tag), bei der entkoffeinierter Kaffee frei konsumiert werden kann.