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Kaffeebewertung
Auke·Kaffeeexperte·8 Min. Lesezeit·Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2026

Siemens EQ.9 connect s700 Test 2026: Premium-Vollautomat mit Smartphone-Steuerung

Hinweis zu unseren Testurteilen: Kaffeebewertung.de ist ein redaktioneller Vergleich, kein Warentest eines Prüfinstituts. Ein „Testsieger“ auf dieser Seite ist immer unser eigenes Ergebnis aus sechs gewichteten Kriterien. Ergebnisse Dritter nennen wir nur mit Fundstelle (Publikation, Ausgabe, Note). So bewerten wir

Siemens EQ.9 connect s700 Test 2026: Premium-Vollautomat mit Smartphone-Steuerung

Der Siemens EQ.9 connect s700 (Modell TI9573X1RW) kostet zwischen 900 und 1.000 Euro und gehört damit zu den teureren Kaffeevollautomaten, die du in einem deutschen Elektrohändler kaufen kannst. Er ist das Flaggschiff-Modell der EQ.9-Linie von Siemens und setzt seinen wichtigsten Unterschied gegenüber günstigeren Vollautomaten klar: die Home Connect App, die dir vollständige Steuerung und Rezeptverwaltung vom Smartphone aus ermölicht.

Lohnt sich dieser Aufpreis? Und für wen ist die Maschine die richtige Wahl? Dieser Test beantwortet beides konkret.

Die EQ.9-Linie: s300, s500, s700, s900

Siemens verkauft die EQ.9-Linie in vier Ausbaustufen. Das ist wichtig zu verstehen, weil viele Kaufentscheidungen auf Preisvergleichen basieren, die verschiedene Modelle derselben Linie verwechseln.

s300: Einstieg in die EQ.9-Serie. Kein Farbdisplay, kein autoMilk Clean, keine Home Connect App. Preis: rund 600 bis 700 Euro. Für Nutzer, die die EQ.9-Mahlwerkqualität wollen, aber auf Smart-Features verzichten.

s500: Home Connect App vorhanden, aber noch kein autoMilk Clean. Preis: rund 750 bis 850 Euro. Ein solider Mittelweg für App-Nutzer ohne täglich Milchgetränke.

s700: Das hier getestete Modell. Vollständiges Paket: Home Connect App, autoMilk Clean, TFT-Farbdisplay, sensoFlow-Temperaturregelung. Preis: rund 900 bis 1.000 Euro. Der Sweetspot der Serie für Nutzer, die beides wollen.

s900: Erweitertes Milchsystem mit zusätzlichen Einstellmöglichkeiten, breiteres Getränkespektrum, etwas größerer Bohnenbehälter. Preis: ab 1.200 Euro. Für sehr anspruchsvolle Nutzer mit hohem Milchgetränke-Anteil.

Für die meisten Käufer, die ein Premiumgerät mit App-Steuerung und automatischer Milchreinigung suchen, ist der s700 die beste Kombination aus Ausstattung und Preis.

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Home Connect App: Gimmick oder echter Nutzen?

Die Home Connect App ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal des s700 gegenüber günstigeren Vollautomaten. Die App verbindet sich per WLAN mit der Maschine und bietet drei Hauptfunktionen:

Rezepte erstellen und speichern: Du stellst einmal deinen Lieblingskaffee ein, zum Beispiel doppelter Espresso, Mahlgrad 4, Kaffeemenge 60 ml, Temperatur hoch, und speicherst diese Einstellung als persönliches Rezept. Ab diesem Moment startest du dieses Rezept vom Handy aus, ohne die Maschine zu bedienen. Das ist der konkrete Nutzen, der sich im Alltag zeigt: morgens vom Bett aus die Maschine starten und das Wasser aufheizen lassen, während du ins Bad gehst.

Wartungsbenachrichtigungen: Die App informiert dich, wenn Entkalkung fällig ist, wenn der Wassertank leer ist oder wenn die Tresterschublade geleert werden muss. Du musst nicht mehr auf das Display schauen oder auf einen Piepton warten. Das ist besonders nützlich, wenn die Maschine in einer Küche steht, die du nicht immer im Blickfeld hast.

Fernsteuerung: Du kannst Getränke von überall in der Wohnung starten, solange die Maschine eingeschaltet ist und eine Tasse unter dem Auslauf steht. Praktisch, wenn du in einem anderen Raum arbeitest.

Ist die App ausgereift? Ja, die Home Connect App von BSH (der Muttergesellschaft von Siemens) ist seit Jahren im Markt und hat einen deutlich besseren Ruf als viele Konkurrenz-Apps. Sie ist stabil, die Bluetooth/WLAN-Verbindung fällt selten ab, und die Rezeptverwaltung funktioniert auch nach Firmware-Updates der Maschine weiterhin korrekt. Das ist keine Selbstverständlichkeit im Smart-Home-Bereich.

Kaffeequalität: Mahlwerk, iAroma, ThermoBlock

Der s700 hat ein Keramikmahlwerk mit 8 Mahlgradstufen. Keramik ist langlebiger als Stahl und erzeugt weniger Reibungswärme, was das Kaffeearoma schützt. Für einen Vollautomaten in dieser Preisklasse sind 8 Stufen ausreichend, auch wenn dedizierte Espresso-Mahlwerke mit 30 bis 40 Stufen mehr Feinabstimmung ermöglichen.

Das iAroma-System ist Siemens’ Bezeichnung für adiabatisches Brühen: Die Kaffeepulverbett wird vor der Vollextraktion kurz vorbefeuchtet. Das ergibt eine gleichmäßigere Extraktion und einen volleren Geschmack, weil das Wasser die Kaffeepartikel gleichmäßiger durchdringt. Im direkten Vergleich mit Maschinen ohne diese Funktion ist der Unterschied im Becher merklich, besonders bei helleren Röstungen, die empfindlicher auf ungleichmäßige Extraktion reagieren.

Der ThermoBlock mit 1.500 Watt sorgt für schnelle Aufheizzeiten. Von kalt bis betriebsbereit dauert es rund 40 Sekunden. Die sensoFlow-Temperaturregelung hält die Brühwassertemperatur konstant während der Extraktion. Das ist relevant, weil Temperaturschwankungen während des Brühvorgangs die Extraktion verzerren und zu einem flacheren, weniger komplexen Espresso führen.

autoMilk Clean: Automatische Milchreinigung

Das autoMilk Clean System reinigt das Milchsystem nach jeder Benutzung automatisch. Du gibst Milch dazu, der Automat bereitet deinen Cappuccino oder Latte Macchiato zu, und danach läuft ein kurzer Reinigungszyklus durch die Milchleitungen. Keine manuelle Demontage, keine eingeweichten Milchschläuche, kein Geruch von altem Milchrückstand.

Die Milchschaumdichte ist per App oder am Display in mehreren Stufen einstellbar, von dünnem Milchfilm bis zu festem Cappuccino-Schaum. In der Praxis liefert der s700 gleichmäßigen Mikroschaum, der für Latte Art geeignet ist, wenn du Interesse daran hast.

Ein Hinweis zur Wartung: Das autoMilk Clean löst die wöchentliche manuelle Reinigung nicht vollständig ab. Siemens empfiehlt zusätzlich eine wöchentliche Handwäsche der abnehmbaren Milchkomponenten. Der täglich automatische Reinigungszyklus hält das System hygienisch, ist aber kein Ersatz für die periodische Grundreinigung.

Display und Bedienung

Das TFT-Farbdisplay ist gross, gut ablesbar und intuitiv navigierbar. Gegenüber günstigeren Modellen mit LED-Kontrollleuchten oder kleinen Schwarzweiss-Displays ist das ein spürbarer Unterschied im Alltag. Die Getränkeauswahl, Einstellungsmenüs und Wartungshinweise sind klar und ohne Rätselraten lesbar.

Die Bedienung ohne App ist vollständig und nicht auf die App angewiesen. Wer kein Smartphone nutzen möchte oder das WLAN nicht einrichten will, kann den s700 wie jeden anderen Vollautomaten per Display und Tasten bedienen. Die App ist eine Ergänzung, keine Voraussetzung.

Vergleich: Siemens EQ.9 s700 vs. Jura E8

Der direkteste Konkurrent in der Preisklasse ist die Jura E8, die ebenfalls zwischen 900 und 1.100 Euro kostet. Beide Maschinen sind ausgereifte Premiumgeräte mit automatischer Milchreinigung. Die wesentlichen Unterschiede:

App-Integration: Siemens gewinnt klar. Home Connect ist ausgereifter und stabiler als Juras J.O.E. App, die häufiger negative Nutzerberichte wegen Verbindungsproblemen hat. Für WLAN-Steuerung ist der s700 die bessere Wahl.

Wahrgenommene Qualität: Jura gewinnt nach subjektivem Eindruck. Jura ist ein Schweizer Hersteller mit exklusivem Kaffee-Fokus. Das Gehäuse fülht sich hochwertiger an. Für Käufer, denen Markenherkunft und Haptik wichtig sind, ist Jura attraktiver.

Kaffeequalität: Gleichstand. Beide Maschinen liefern auf diesem Preisniveau sehr guten Espresso. Signifikante Qualitätsunterschiede im Becher sind im Blindtest kaum nachweisbar.

Ersatzteile und Service: Jura hat in der DACH-Region ein dichteres Servicenetz. Bei Siemens ist der Kundendienst über BSH abgewickelt, was längere Bearbeitungszeiten bedeuten kann.

Vergleich: Siemens EQ.9 s700 vs. Bosch VeroSeries 800

Siemens und Bosch gehören beide zur BSH Hausgeräte GmbH. Die EQ.9 und die VeroSeries 800 teilen dieselbe technische Basis: gleicher ThermoBlock, gleiches Mahlwerkprinzip, gleiche Brühtechnologie. Der Preisunterschied zwischen beiden liegt bei 100 bis 150 Euro zugunsten der Bosch.

Was bekommst du mit dem Siemens-Aufpreis? Im Wesentlichen: die Home Connect App und ein anderes Designsprache. Die VeroSeries hat keine App-Steuerung in dieser Ausbaustufe. Wenn Smart-Home-Integration kein Thema für dich ist, ist die Bosch VeroSeries 800 das günstigere Gerät mit identischer Kaffeequalität.

Für wen ist der Siemens EQ.9 connect s700?

Der s700 ist die beste Wahl für Käufer, die ein ausgereiftes Premiumgerät mit echter Smart-Home-Integration wollen. Die Home Connect App ist gut genug, um den Aufpreis gegenüber günstigeren Modellen zu rechtfertigen, vorausgesetzt, du nutzt sie tatsächlich. Wer Rezepte per App verwalten, Benachrichtigungen aufs Handy bekommen und die Maschine vom Sofa aus starten will, bekommt mit dem s700 das ausgefeilteste System in dieser Preisklasse.

Für Nutzer, denen App-Steuerung egal ist, ist die Bosch VeroSeries 800 mit identischer Kaffeequalität und 100 bis 150 Euro weniger Aufpreis die rationalere Wahl. Für Käufer mit starker Markenpräferenz und Fokus auf Haptik und Herkunft bietet Jura eine Alternative mit demselben Preisschild.

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Aktuelle Preise der genannten Maschinen

Siemens
Siemens EQ9 S700

Flaggschiff-Vollautomat mit sensoFlow und iAroma

ca. €1199 · 4.7/5
Jura E8
Jura
Jura E8

Juras Bestseller: 17 Spezialitäten, P.A.G.-Mahlwerk und professionelles Milchsystem.

ca. €1099 · 4.6/5

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